29. Juni 2010 by
Was ist mit der Liebe?

Was ist mit der Liebe?

Naturellement-exotique-érotique: Naturalisierung, Sexualisierung und Vermenschlichung des Tieres

29. Juni 2010 by

Alles kommt aus der Natur: die Blume, das Tier, der Sport, Adam und Eva. Und Orangina. Orangina ist ganz natürlich, ist genau so Natur wie die Blume und das Tier. Vielleicht noch natürlicher als natürlich. Mann und Frau können sie jetzt nicht nur trinken, sondern sie auch als heilendes, reinigendes und sexualisierendes Wundermittel einnehmen und anwenden. Pickel, Bart- und Brusthaare, Mundgeruch, Schweiß, Dreck, das Singledasein – ja, sogar das Menschsein an seinen nicht so perfekten Stellen – alles kein Problem mehr. Das weiss das Reh genau so wie der Bär.

Orangina macht dich zum Tier. Natürlich. Exotisch. Wild. Und sauber.

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Die schönsten Hybride seit es Limonade gibt. Das Heilsversprechen für ein Foto.

Interessant, dass diese Spots nicht von CocaCola kommen. Die würden diesen Natur(alisierungs)diskurs vermutlich auch nicht anpeilen. Vielleicht arbeitet Orangina im Sinne der französischen Regierung an einem neuen Menschenbild und begibt sich dabei auf eine gefährliche biopolitische Schönheits-, Kraft- und Hygienediskursebene: Nur die vermeintlich guten Dinge werden gepaart – der starke, wilde Körper des Tieres mit dem gesunden, sauberen, schönen Körper des Menschen (Ideal). Diese Kombination wird naturalisiert und unter menschlichem Blick auf das Tier sexualisiert, und selbst die Haut- bzw. Fellfarbe wird nach konstruiertem sexuellen Begehren ausgewählt. Bloß gut, dass es in der Tierwelt auch schwarze Tiere gibt… und so wird die Natur unser neuer Supermarkt und Konsumparadies – voll mit Körpern. Von Dir und mir, von ihr und ihm, von allen und allem, frei kombinierbar. Aber: nur die Harten komm‘ in‘ Garten. Der Weg ins Paradies ist kein Ponyhof, sondern der Weg von der Vorrunde bis ins Finale. Genau darin könnte überhaupt die Motivation, sich dem Tier zuzuwenden und Hybride herzustellen, liegen. Denn wenn wir alles vom Tier gelernt und kopiert haben, dann bleibt uns nur noch, mehr Tier-Maschine zu werden und uns zu re-kombinieren. Kampf und Leistung. Für mehr Wachstum. Für Frankreich. In Europa. Diese Gleichstellung von Mensch und Tier, die Versklavung des Tieres im Namen eines Leistungsprinzips sowie die Reduzierung auf eine allgemeine Kategorie mit bestimmten und bitte aber auch nur diesen äußerlichen, leistungsorientierten Qualitäten bedeuten zugleich einen Konservatismus und einen neo-liberalen Hybridismus als Gedankenfigur.

Vielleicht sollte sich Orangina einmal mit Frankreichs Vergangenheit als Kolonialmacht beschäftigen. Denn selbst wenn oder auch gerade weil diese Werbemusical-Spots, die an König der Löwen erinnern, für originell und passend zur Fussball-WM gehalten wurden, was den kolonialen Blick ja nur noch stärker entlarvt (Südafrika = exotische Tiere; das hat auch Galeria Kaufhof mit ihrer aktuellen Schaufensterwerbung perfekt verstanden), den Fussballern der französischen Nationalmannschaft hat’s jedenfalls nicht geholfen. Möglicherweise ein Grund mehr, darüber nachzudenken.

Breaking News: Waschbär-Attacken

29. Juni 2010 by

Immer häufiger finden sich Medienberichte über aggressive Zwischenfälle zwischen Waschbären und Menschen. Ein besonders drastischer Fall ereignete sich am 5.10.2009 in Lakeland, Florida: Die 74-jährige Gretchen Whitted wurde am helllichten Tage von einer 5-köpfigen Gruppe von Waschbären angegriffen und schwer verletzt.

Der für Polk County zuständige Sheriff Grady Shudd berichtete, dass Whitted versucht habe, die Tiere von ihrer Haustür zu verscheuchen, als sie sie plötzlich angriffen. Nachdem sie gestürzt war, fielen die Tiere über die Frau her. Davon trug sie schwere Kratz- und Bisswunden am ganzen Körper davon: vom Gesicht über die Brust bis hinab zu den Beinen.

Waschbaeren auf der FLucht

Dieses Foto wurde mit einem Mobiltelefon aufgenommen und soll die verdächtigen Waschbären bei ihrer Flucht zeigen

„Wir sprechen hier nicht nur von ein paar kleinen Bisswunden“, so Sheriff Grudd, „Sie wurde regelrecht filetiert“. Schon länger ist bekannt, dass Waschbären bei der Nahrungssuche äußerst aggressiv sein können. Diesen Fall bezeichnet Grudd jedoch als sehr ungewöhnlich.

Eine Nachbarin, die Schreie gehört hatte, fand Grettchen Whitted wenig später blutüberströmt im Vorgarten. Kurz darauf schwärmte die Polk County Animal Control aus, um in der Nachbarschaft Fallen aufzustellen. Die kommunalen Tierfänger hofften so, die schuldigen Waschbären einzufangen. Aber: „Selbst wenn wir eine Menge von Waschbären fangen, können wir dennoch nicht sicher sein, ob es sich tatsächlich um die verdächtigen Waschbären handelt“. Einmal eingefangen, werden die Tiere routinemäßig getötet, um festzustellen, ob sie tollwütig seien.

Ursprünglicher Artikel

Der Arbeiter ist tot. Es lebe das Tier!

28. Juni 2010 by

IMAGES CONTRE NATURE 2010 (Festival international de vidéo expérimentale, Marseille)

Heute ist der Arbeiter gestorben. Wie uns soeben nach jahrelanger Vermutung und zahlreichen Studien von wissenschaftlicher Seite bestätigt wurde, gilt der gemeine Arbeiter als tot.

In turbokapitalistischer Geschwindigkeit hat dieser sein Zeitliches gesegnet und sich, seinem evolutionären Trieb und Fortschrittsglauben folgend, dank dem Humankapital, das er ist und hat, in eine Arbeitsmaschine verwandelt. (Es gibt natürlich auch Mutationen innerhalb dieses Entwicklungsprozesses, die sich unter der neuen Spezies der Menschen-Faultiere zusammenfassen lassen.) Dabei hat er sich stets am Tier, d.h. an diversen Tieren in puncto Fortbewegung und Bewegungsmechanismen, „gesellschaftlicher“ Organisation wie Kommunikation und Überlebensfähigkeit orientiert und das Tier in einen Zombie seiner selbst verwandelt. Ausgebeutet, kopiert und hybridisiert: Es dient seit eh und je als Vorlage für Automaten und Maschinen, die den Arbeiter noch produktiver und flexibler machen sollten. Das Tier war das Maß für den Menschen. Nachdem nun aber Tierzombie-Automat und -Maschine nicht mehr zu trennen sind vom Körper des zeitgenössischen post-post-Arbeitssklaven, eine neue Lebensform auf dem globalen Parkett, wurde das Tier überholt, vergessen, beiseite gepackt und zurückgelassen. Das war und ist seine Rettung.

Der Arbeiter hingegen ist tot. Das Tier lebt. Und der Mensch erklimmt die nächste Evolutionsstufe als Hybrid aus sich selbst und allen Zombies, die er schuf. „Weil die Komplexität des Nachrichtensystems der Indikator der evolutiven Entwicklung ist, und weil die Steigerung der ökonomischen Leistung nun nicht mehr im Reich der Tiere, sondern in dem der Maschinen stattfindet, haben die Automaten-Tiere die natürlichen Tiere als Maß für den Menschen überholt.“, so Benjamin Bühler. Wir drücken unser tiefes Mitgefühl aus und halten Sie auf dem Laufenden.

Quote of the Day: Ludwig Wittgenstein

28. Juni 2010 by

Ludwig Wittgenstein, Philosoph (1889-1951)

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„Wenn der Löwe sprechen könnte,
wir könnten ihn nicht verstehen.“

Liebe, Glaube, Krokodil

27. Juni 2010 by

Es kamen drei Dinge zusammen. Das Plakat, der unkontrollierbare Zwang in meinem Hirn, jeden Schriftzug zu lesen und die Logik.
Und dann war da noch das Reizwort „Pony“.

„Das Plakat der 18-jährigen Janet Wagner aus Homburg überzeugte die Jury mit Zukunftsvorstellungen von Kindern und Jugendlichen“, heißt es auf Spiegel.de, wie ich jetzt weiß, gab es da einen Wettbewerb und dieses Plakat, hübsch wie es ist  schaffte es in den U-Bahnhof. Fein. Daher lese ich: „Hoffnung, Zukunft und ein Pony“.

Ich, liebe Leserin, soll diese Träume nicht platzen lassen, oder die, der liebe Bundestag, sollen sie nicht platzen lassen, die Träume von Kindern und Jugendlichen, die meine nicht sind. Übrigens ist aus der angegebenen Reihe „Hoffnung, Zukunft und ein Pony“ streng genommen nur das Pony ein Traum. Von Hoffnung träumen ist schon hoffen, Zukunft ist erstmal der Name für Dinge, die noch geschehen werden. Ich bin ja nicht blöd und verstehe schon aber auch wieder nicht, weil alle, die nicht eben gerade von der Straßenbahn überfahren wurden, eine Zukunft haben, eventuell auch die Überfahrenen.

Es bleibt: das Pony. Das Pony sperrt sich. „Pony“ ist auch unter schärfsten Kriterien ein zulässiger Traum.

Ich will aber gar kein Pony, nicht mal geschenkt. Ich dachte, ich hätte gerne den Ponyhof, genauer, ich hätte gerne, dass all die Dinge, die bekanntlich kein Ponyhof sind, doch ein Ponyhof sind. Dann kam das Pony, die blöde Kuh, das strenggenommen nicht zu trennen ist von dem Ponyhof. Ich will aber gar kein Pony.

Fazit: Der Ponyhof ist auch kein Ponyhof.

Quote of the Day: Mahatma Gandhi

25. Juni 2010 by
Mahatma Gandhi

Mahatma Gandhi

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„The greatness of a nation and its moral progress can be judged by the way its animals are treated.“

Elefantenhinrichtungen: Von der Strafbarkeit der Kreatur

25. Juni 2010 by
Einziges überliefertes Foto der Hinrichtung von Elefant „Big Mary“ am 13.09.1916

Einziges überliefertes Foto der Hinrichtung von Elefant „Big Mary“ am 13.09.1916

Das Foto wurde aufgenommen, um ein monströses Spektakel für die Nachwelt festzuhalten. Aus welchen Gründen, welcher Haltung heraus der Fotograf sein Foto aufnahm, ist nicht überliefert. Doch muss er sich der denkwürdigen Unfassbarkeit des Ereignisses bewusst gewesen sein. Vielleicht ahnte er, dass sich ein solches Vorkommnis nicht wiederholen würde. Vielleicht gefiel ihm aber auch das Spektakuläre als solches.

Man sieht einen Elefanten, der an einem Eisenbahnkran erhängt wurde. Im Vordergrund erahnt man noch die Schienen.  Die vier Beine des Elefanten hängen in der Luft, leb– und hilflos. Senkrecht steht die Kette, an welcher die Elefantenkuh aufgehängt wurde. Die Kette und Körper bewegen sich augenscheinlich nicht mehr.  Allein der Rüssel entspricht nicht dem Bild: Statt schlaff und tot herabzuhängen, scheint er auszuschwenken. Aber was weiß man schon darüber, wie ein erhängter Elefant auszusehen hat?

Man könnte das Foto als eine geschickte Montage abtun wollen. Es existieren aber zahlreiche Augenzeugenberichte, die das Ereignis in seiner Realität bestätigen. Das bekräftigt auch die weiße Schrift auf der Foto-Oberfläche: sie nennt Erwin, Tennessee, als den Ort und den 13. September 1916 als die Zeit. Was das Ereignis außerdem wahrscheinlich macht, ist, dass es sich bei „Big Mary“, die wir hier im Bild sehen, nicht um den ersten Fall einer öffentlichen Hinrichtung von Elefanten handelt. Den Rest des Beitrags lesen »

Quote of the day: Jeremy Bentham

24. Juni 2010 by
Jeremy Bentham, Porträt von Henry William Pickersgill (Detail)

Jeremy Bentham, Porträt von Henry William Pickersgill (Detail)

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„The question is not, Can they reason?, nor Can they talk? but, Can they suffer?“

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Tiertransporte einmal anders

16. Juni 2010 by

Heute: Wir reiten Schildkröten

„Wie sind Sie nur darauf gekommen?“ – Das kann auch heißen: „Wie sind Sie nur da hinauf gekommen?“ Das will uns sagen: Sie haben einen Punkt erklommen, der so hoch ist, dass niemand anderes dahin gelangen kann. Nicht ohne Weiteres zumindest. Vielleicht sogar nie. Zumindest nicht heute. Heute komme ich nicht mehr mit. Und da hinauf schon gar nicht. Von dort oben, also Ihrem Platz aus, sehen Sie die Welt mit definitiv anderen Augen als der Rest der Menschheit. So klein. Flächig. Wie faltiges Karopapier. Mit Häusern, Hügeln und Bergen. Viel Grün. Und ich komme nicht mit. Niemals, nicht mehr. Zu hoch, zu gefährlich, zu verrückt.

Die Lage ist privilegiert. Ein Aussichtspunkt mit Potenzial; Potenzial, die Welt in Schutt und Asche zu legen. Aus dieser Höhe ist sie keinen Pfifferling mehr wert. Sowas lieben Philosophen. Das mit dem Schutt und der Asche, nicht den Pfifferling, obwohl sie gegen eine Pfifferlings-Mahlzeit gewiss nichts einzuwenden hätten. Aber die Rede war ja vom Weltanzünden und davon verstehen die großen Philosophen sehr viel. „Ich bin kein Mensch, ich bin Dynamit“, sagte mal einer von ihnen. Der hatte einen Schnauzer, der aussah wie beim gleichnamigen Hund. Eigentlich sind Philosophen ja pyromanische Feuerwehrleute. Sie lieben es, die Welt in einem Flammenmeer aufgehen zu sehen, um dann wieder alles zu löschen. Was ist einem die Welt, wenn man so hoch steigen kann?

Da raufkommen: Auf einer Sache zum Liegen kommen und den Weg dorthin vergessen. Wie eine Schildkröte auf dem Rücken liegen Sie da. Die muss verhungern, wenn sie keiner umdreht. Die ungemütliche Lage schenkt Zeit, einmal nachzudenken: Wie bin ich nur da hinaufgekommen? Wohin wollte ich nochmal? Wo bin ich gewesen? Warum nicht anderswo? Und warum dauert eigentlich immer alles so lange? An ihrem höchsten Punkt ruhen die Gedanken sich aus. Weiter geht es ja auch nicht. Wie denn auch, wenn man den Stern schon ergriffen hat? Ab hier und nicht weiter. Nur noch im Sturzflug nach unten vielleicht. Tut aber weh. Da lässt man sich doch lieber treiben. Was sind mir die Trauben so sauer! Go with the flow.

Stillstand in Bewegung. Kinetische Energie wandelt sich in Lageenergie. Und diese in kinetische Energie. Es läuft im Kreis. Omnia mutantur. Der Pfeil, der abgeschossen wird: Er verändert sich und verändert sich nicht. An seinem höchsten Punkt krümmt die Bahn ihn auf die Erde zurück. Danke, Herr Parmenides. Danke, Herr Zenon. Applaus. Bitte setzen. Und nicht schon wieder streiten. Achill und die Schildkröte. Sie erinnern sich vielleicht. Wie Hase und Igel, aber anders. Die Schildkröte ist immer da, wo Achill noch nicht ist. Jedenfalls nicht zur gleichen Zeit. Das können Sie und ich aber auch nicht. Und das, obwohl wir nicht Achill sind. Und auch keine Schildkröten.

Wie sind wir denn jetzt nur darauf gekommen? Ich wollte erzählen. Erzählen von einer tierischen Fortbewegungsart. Einer äußerst ungewöhnlichen tierischen Fortbewegungsart. Ich wollte erzählen, aber ohne auf den Hund zu kommen. Es ist eher andersherum. Aber es geht um einen. Das schon. Ja. Um einen faulen. Und eine Schildkröte. Hunde sind gern mal faul. So ist es ja nicht. Faulheit ist kein Menschenrecht. Und wenn der Hund mal müde ist, nimmt er eine Schildkröte. Zumindest in manchen Breitengraden. In unseren nicht, denn dafür sind die Schildkröten zu klein. Stellen Sie sich das mal vor! Ein Hund kann doch nicht auf so einer kleinen Suppenschildkröte Platz nehmen! Das macht ja auch nichts her.

Wie ist der Hund nun auf die Schildkröte gekommen? Ehrlich gesagt: wir wissen es nicht; wir argwöhnen nur. Mit einem beherzten Sprung? Hielt er sie für einen großen Stein? Wollte er, wie so mancher Käfer, den höchsten Punkt erklimmen, um dann davonzufliegen? Vielleicht aber auch nur der üble Scherz seines Herrchens.

Auf seinem beweglichen Sockel posiert dieser Flausch von Hund auf steinhartem Panzer. Irgendwie surreal. Die schnellste Art der Fortbewegung ist es sicherlich nicht, jedenfalls nicht für einen Hund. Dafür aber triumphal. Der Feldherr durchschreitet, haarige Schnauze nach oben, den Triumphbogen. Rom liegt ihm zu Füßen.

Derweil tappst unsere Schildkröte unbeirrt über die warmen Steinplatten des Drive In. Gleichmütig. Unbeeindruckt. Aber nur scheinbar, wie wir gleich sehen werden. Der Hundekörper wiegt sich leicht im Rhythmus der Schildkrötenschritte. Tapps. Tapps. Tapps.  Schildkröten bewegen sich übrigens über Kreuz: Linkes Hinterbein und rechtes Vorderbein. Rechtes Hinterbein und linkes Vorderbein. Rechtsneigung, Linksneigung, Rechtsneigung, Linksneigung. Wie Menschen und Hunde. Aber nicht wie Kamele und Islandponys. Die laufen Pass.

Schließlich muss es der Schildkröte doch zu doof geworden sein. Auch sie hat ihren Stolz und will nicht zu einem Transportgerät für bequeme Säuger umfunktioniert werden. Sie wehrt sich gegen diese hündische Ausbeutung. Schließlich gibt es ihre Art schon länger. Das verleiht ihr museale Würde. Da ist ein Auto. Unter seiner schattigen Karosserie will das Kriechtier kriechen, Schutz suchen, wohl hoffend, dass der Aufprall auf das Metall das Hündchen von der Panzerung fegen wird. Schildkröten wissen sich zu helfen. Aber Menschen auch. Ehe es zum Showdown Hund – Auto kommt, ist Herrchen schon beherzt zur Hilfe geeilt und scheucht den Schnauzer von seinem Surfbrett.

Und wir sind um eine weitere Lektion in Sachen artfremder Kooperation reicher.